Seit 1976 gibt Angebote und Beratung für Alleinerziehende und jung Verwitwete im Dekanat Nürnberg. Viele Mütter und Väter haben die Treffpunkte, Seminare und persönlichen Gespräche als wichtige Unterstützung auf ihrem ganz persönlichen Weg durch die Krise der Trennung und die Herausforderungen des alleinerziehend Seins erfahren.
Ein ausführliches Interview mit Karin Mack zu "Warum die Evangelische Fachstelle für Alleinerziehende auch nach 50 Jahren noch wichtig ist" ist im Sonntagsblatt online zu lesen.
Mut machen, Wege eröffnen, Zukunft gestalten
- so wollen wir auch weiterhin als kirchliches Angebot nah an den Menschen sein.
Geschichte der Evang. Fachstelle Alleinerziehende in Nürnberg
50 Jahre Angebote für Alleinerziehende im Dekanat Nürnberg
Mut machen. Wege eröffnen. Zukunft gestalten.
Namen
Zu Beginn: Treffpunktarbeit alleinerziehender Mütter und Väter im evang.-luth. Dekanatsbezirk Nürnberg
Später: Alleinerziehende Mütter und Väter im evang.-luth. Dekanatsbezirk Nürnberg
Ab 2005: Evang. Fachstelle Alleinerziehende Nürnberg
ab 2011: Evang. Fachstelle Alleinerziehende Nürnberg und Nordbayern
Referentinnen
- Erna Graf (April 1976 - Sommer 1993)
- Inga Thies (Oktober 1993- Sept 2011), zeitweise Stellenteilung mit Dagmar Kroth (1994 – 2006)
- Karin Mack (Sept 2011 – heute), in Stellenteilung mit Susanne Herpich (Dez. 2011 – Juli 2014), Illa Kuch (Nov. 2014 – Juli 2020), Anne-Margret Wild (Sept. 2020 – Dez. 2023)
Sekretärinnen
- Ingrid Fischer (Okt 2002 – Mai 2017)
- Doris Fuchs (Juli 20217 – heute)
Gestartet im Wohnzimmer von Erna Graf, dann Bucherstr. 5, ab 01. Mai 1994 am Egidienplatz 29
ab 1. Advent 1997: eckstein – haus der evang.-luth. kirche in nürnberg
Logo seit Januar 1994
buntes Schneckenhaus aus dem Blumen sprießen, gemalt von einer 8 jährigen Künstlerin
Motto: Familie lebt in vielen Formen.
Am Anfang lag der Schwerpunkt bei gemeindebezogener Gruppenarbeit: z.B. Treffpunkt Ziegelstein monatlich Samstags 15:00 – 17:30 Uhr, zum ersten Mal am 11.07.1976.
Bei den Treffen stand immer ein Thema aus dem Alltag der TeilnehmerInnen im Mittelpunkt des Austauschs. Dazu kamen Informationen (rechtliches, Arbeitsamt, Wohnungsamt, Kindergeld, …).
Weitere Treffpunkte entstanden und bestehen oft sehr lange (über 20 Jahre): Langwasser, Lichtenhof, Röthenbach, St. Lukas, St. Jobst, Ziegelstein, Fürth/Zirndorf, Schwabach, Heroldsberg, eckstein-Treff; Mini-Gruppen; für Verwitwete, für Stieffamilien, Flügge-Kinder, Wechselmodell,
Welche Themen wurden besprochen?
- Was ich einen Rechtsanwalt schon immer fragen wollte
- Fernsehen/Medien – Konflikte in der Familie
- Was stärkt mich? Wie sorge ich für mich?
- Wie feiere ich Weihnachten mit den Kindern?
- Vereinbarkeit Familie und Beruf
- Ängste der Kinder, Schulprobleme
- In den Urlaub fahren
- Selbstbehauptung
- Missbrauch Frauen in Gewaltverhältnissen
- Wanderungen und Ausflüge im vgn-Gebiet
- Grillfeste, Adventsfeiern, u.ä., Kegeln,
Welche Themen waren in der Fortbildung und Begleitung für MitarbeiterInnen in der Treffpunktarbeit relevant?
- Wie kann ich authentisch sein?
- Neue Wege und Ideen in der Alleinerziehendenarbeit
- Was motiviert uns? Was blockiert uns?
- Begrüßung und Verabschiedung von Engagierten, DANKE-Sagen
- Wo finde ich spannende ReferentInnen für das nächste Treffen?
Angebote, Seminare und Veranstaltungen
Sich immer wieder wandelnde Angebote und Zeiten, nah dran an den Bedarfen der Mütter und Väter
- Urlaubsgemeinschaften (z.B. in Kastell Windsor, Scheffau/Scheidegg, Weihermühle…)
- Adventsseminare, Osterfreizeiten
- Wochenendseminare (z.B. für Alleinerziehende mit Kindern, für Paare, die eine neue Partnerschaft wagen wollen; für Verwitwete, …)
- Seminarnachmittage Samstag 14:00 – 18:00 Uhr
- Tanztage, Tanzabende im Jahreskreis (bis 2011)
- Führungen und Stadtspaziergänge: weiblicher Blick auf die Stadt und ihre Gebäude, Kunstwerke, Frauenleben usw
- Sommerfeste für alle Treffpunkte
- Rechtsberatung/Informationen für „Sich-Trennende“, u.a. aus dem Familienrecht
- Schnupperfrühstücke für Interessierte
- Seit 2012 Samstagsbrunch = Workshops und anschließend ein Mittagsbrunch (vielfältige Themen aus den Bereichen Selbstfürsorge, Erziehung, Resilienz, …) 10:00 – 13:00 Uhr
- Trauercafé und Samstagstreff für Verwitwete
- Erlebnispädagogische Angebote (Kanu fahren, Bogen schießen)
- Spirituelles Online-Angebot 4x im Advent (seit 2020)
- Kooperationsveranstaltungen mit Stadtakademie (z.B. Frauenmahl) oder ebw (Familiennachmittage, Filmabende, Kintsugi-Workshops)
Zielgruppen erweitern und diversifizieren sich im Laufe der Zeit
- Alleinerziehende Mütter und Väter, ledig, getrennt, geschieden,
- jung verwitwete Mütter und Väter (seit 1996)
- in neuer Partnerschaft/Stieffamilie/Patchwork
- Alleinerziehende mit kleinen Kindern
- Großmütter, die ihre Enkelkinder ganz oder überwiegend allein versorgen
- Alleinerziehende Väter
- Mütter, die das Umgangsrecht haben und nicht mit ihnen zusammenleben („Rabenmütter“ hieß die Gesprächsreihe eine Zeit lang, später „Mein Kind lebt beim Vater“)
- Väter, die nicht mit ihren Kinder leben und das Umgangsrecht haben („Vater auf Zeit“)
- Alleinerziehende, deren Kinder flügge werden oder geworden sind
- Politische Arbeit und Lobbyarbeit in Kirche, Diakonie und Stadt
Kinderbetreuung
ist unerlässlich während der Seminare und Treffpunkte. Nur so können Mütter und Väter ungestört die Zeit für sich nutzen.
Beratung
Insgesamt zeigt sich ein steigender Bedarf der Einzelberatungen bei Müttern und Vätern, die überlegen sich zu trennen oder bereits getrennt leben. Dazu gehören auch die Trauerberatungen für die jung Verwitweten.

Vernetzung in Nürnberg / Metropolregion
- AK Alleinerziehende Nürnberg min. seit 1988 treffen sich ca. 30 Einrichtungen 4 x im Jahr für 2 h gegenseitige Information und Werbung, gemeinsame Themen (z.B. Migration, häusliche Gewalt, Armutsprävention, Neuerungen im Jobcenter, Info-Börse, …)
- Trauernetzwerk Nürnberg – Fürth – Erlangen
- AK Trennung und Scheidung Nürnberg
- Netz gegen Armut Nürnberg
- AK Väter in Nürnberg
Nordbayern
- Evang. Arbeitsgemeinschaft alleinerziehender Mütter und Väter (agae), 1977 mitgegründet und immer mitgearbeitet, heute angesiedelt im Diakonischen Werk Bayern, seit langem 2. Vorsitzende der agae
- Spätestens seit 1979/1981 mit Kirchentagen auch Vernetzung Bundesebene der agae
- „Familie & Kirche“ online-Netzwerk zur Vernetzung der Praktikerinnen in der Familienarbeit der Landeskirche mit 3-4 Treffen im Jahr mit Austausch und Praxisvorstellung in Kooperation mit dem Amt für Gemeindedienst/wirkstatt
- Konzeption und Mitglied im Redaktionsteam von familiensnacks.de
Veröffentlichungen:
- „Wir feiern die Konfirmation in unserer neuen Familie“ in Kooperation mit dem RPZ
- Arbeitshilfe „Mit Brüchen leben“ im Kooperation mit dem Gottesdienstinstitut
- „Kriterien einer familienfreundlichen Gemeinde“ in Kooperation mit dem Amt für Gemeindedienst/wirkstatt